Erklärung zum Spieltermin

Erklärung zum Spieltermin mit Ihrem Kind

Fertig gestelltes Spiel, das aus Teilen besteht, die man zu einem Krokodil zusammensetzen kann.Sie erwägen, für Ihr Kind mit mir einen Spiel- bzw. Kennenlern-Termin zu vereinbaren. Im Folgenden möchte ich Ihnen beschreiben, wie der Termin normalerweise abläuft.

Unser Treffen beginnt, wenn Sie und Ihr Kind die Treppe heraufkommen. Sie als Eltern werde ich begrüßen, Ihnen ein Getränk anbieten und danach gilt meine Aufmerksamkeit Ihrem Kind. Ich werde Dinge sagen, damit Ihr Kind mich hört und einschätzen kann. Auf das, was ich sage, erwarte ich keine Antworten. Manche Kinder sind zurückhaltend oder unsicher und wissen nicht, ob sie hereinkommen wollen, andere stellen gleich interessierte Fragen. Egal wie Ihr Kind sich verhält, ich werde sehr wahrscheinlich einen Weg finden, mit ihm in Kontakt zu kommen. Es beginnt damit, dass ich etwas über das Ausziehen der Schuhe sagen werde.
 
Mir ist es wichtig, wenn Sie Ihrem Kind beim Ankommen keine Anweisungen geben, sondern einfach abwarten, wie sich die Situation entwickelt. Ich möchte, dass Ihr Kind sich freiwillig entscheidet kooperativ zu sein. Das geht nur, wenn es keine Anweisungen bekommt. („Jetzt zieh dir mal bitte die Schuhe aus:“ oder „Stell die Schuh auf das Regal.“ oder “Da steht ja ein tolles Spiel.”)

Es ist mir sehr wichtig, dass Sie als Begleitung sich so wenig wie möglich einbringen. Wenn die Kinder nicht gleich etwas sagen, wollen die Eltern oft einspringen und für Ihr Kind antworten, obwohl ich das Kind direkt angesprochen habe („Ja, das rosa Sweatshirt hat sie zum Geburtstag bekommen.“). Oder die Eltern wollen das Verhalten des Kindes erklären („Am Anfang ist er immer sehr schüchtern.“) Wenn Sie sich so einbringen, verändert das den Verlauf in dieser Situation. Das ist für meine Vorgehensweise nicht hilfreich. Mein Ziel ist es mit Ihrem Kind direkt in Kontakt zu kommen, so dass es bei den von mir angebotenen Aktivitäten mitmachen möchte. Deshalb rede ich immer mit Ihrem Kind und nicht in seinem Beisein über es.

Ihrem Kind werde ich erklären, dass die Rolle der Eltern ist, am runden Tisch am Fenster zu sitzen und zuzugucken, während ich mit den Kindern Dinge ausprobiere. Im Vorfeld könnten Sie Ihrem Kind sagen, dass der Termin stattfindet, um zu sehen, welche Aktivitäten ihm Spaß machen und um ein paar Anregungen zu bekommen. Bitte reden Sie nicht von Spielzeug (dann stellt sich Ihr Kind vielleicht Autos oder Plüschtiere vor) und beeinflussen Sie es nicht, indem Sie sagen, dass es bestimmt ganz toll wird. Ich möchte, dass Ihr Kind soll lieber selber zu einer Einschätzung kommt. Auch möchte ich nicht, dass Sie sagen, dass ich sehen will, was das Kind alles kann, weil es besonders klug ist.

Vielleicht wird Ihnen die Art, wie ich mit Ihrem Kind rede, ungewöhnlich oder merkwürdig vorkommen. Warum ich das so mache, erläutere ich Ihnen gerne bei unserer Nachbesprechung. Meine Art der Kommunikation beruht auf dem Konzept von Thomas Gordon. Bei meinem Umgang mit Ihrem Kind diene ich Ihnen sozusagen als Modell für diese Art zu reden. In aller Regel haben die Eltern bei mir so die Gelegenheit, ihr Kind beim Spielen und Lernen zu beobachten und zu sehen, wie es sich verhält. Sie werden z.B. hören, wie ich Ihr Kind begleite und bestärke, ohne es durch Lob zu bewerten. Alle Ergänzungen oder Richtigstellungen, die den Eltern wichtig sind, können sie bei der Nachbesprechung vornehmen.

Damit ich Sie (und falls gewünscht Lehrer*innen und Erzieher*innen) kompetent beraten kann, ist es mir wichtig Ihr Kind kennenzulernen. Der Termin dient dazu, dass ich mir ein Bild davon machen kann, was Ihr Kind interessiert, was es kann, wie es spricht, wie geschickt, ausdauernd, anstrengungsbereit, frustrationstolerant usw. es ist. Ich verwende dafür kein standardisiertes Verfahren, sondern benutze je nach Alter unterschiedlichste Aktivitäten wie Würfel-, Mal-, Schreib-, Rechen- und Knobelspiele, die den Kindern üblicherweise Spaß machen. Auf Wünsche, Anregungen und eigene Ideen der Kinder kann ich flexibel eingehen.

Es ist mir wichtig, dass die Kinder sich bei mir nicht auf dem Prüfstand fühlen, sondern entspannt mitmachen können. Dabei gewinne ich wichtige Erkenntnisse, die ich mit den Eltern bei einem zweiten Termin bespreche, wenn das Kind nicht dabei ist.